Das Donaudelta befindet sich im Mündungsgebiet der Donau in das Schwarze Meer. Das Donaudelta stellt nach dem Wolgadelta das zweitgrößte Delta Europas dar und umfasst ein Gebiet von 5800 km², wovon 72 Prozent mit einer Fläche von 4178 km² unter Naturschutz stehen. Diese Fläche liegt zu 82,5 Prozent im rumänischen Teil der Landschaft Dobrudscha sowie zu 17,5 Prozent in der Ukraine.

Der nördliche Teil des Reservats – das eigentliche Delta– wird von den drei aus westlicher Richtung einlaufenden Mündungsarmen der Donau durchflossen: dem Chiliaarm als rumänisch-ukrainische Staatsgrenze im Norden, dem Sulinaarm in der Mitte und dem Sfântu-Gheorghe-Arm im Süden. Unmittelbar südlich schließt sich der von Kanälen gespeiste Razim-Sinoie-Lagunenkomplex an. Die Gegend ist bereits seit der Antike spärlich besiedelt.

In dem Biosphärenreservat konnten bisher etwa 5200 Tier- und Pflanzenarten katalogisiert werden. Die hohe Artenzahl wird einerseits auf das große Angebot von aquatischen und terrestrischen Lebensräumen zurückgeführt, zum anderen auf das geografische Zusammentreffen der zentraleuropäischen Wälder und des Balkangebirges mit den mediterranen Regionen. Die eng miteinander verbundenen Lebensräume wie Röhrichte, schwimmende Inseln, Altarme und Seen, Auwälder und extreme Trockenbiotope in den Dünen bilden im Mündungsgebiet ein einzigartiges Netzwerk von über 30 Ökosystemen. Manche dieser Arten gelten als selten oder vom Aussterben bedroht. Das Reservat beherbergt das mit einer Ausdehnung von etwa 1800 km²weltweit größte zusammenhängende Schilfrohrgebiet und ein bedeutendes Vogelschutzreservat mit der größten Pelikankolonie Europas.

Von der Sicht der  Motorradfahrer sollte die Donaudelta nicht in einem Motorradreiseführer oder Landbeschreibung für Biker reinpassen. Das wohl markanteste Merkmal der Donaudelta ist dass es dort keine Strassen gibt. Mit sehr wenigen Ausnahmen, in der Donaudelta kann man nicht frei Moped fahren, aus 2 guten Gründen. Erstens – das Donaudelta ist ein  Biosphärenreservat, also ein Schutzgebiet wo Verseuchung, Lärm und jedwelche Störung der Natur zu vermeiden ist. Zweitens – das Donaudelta ist ein schwer zugängliches Gebiet, und wenn man kein Boot hat, bleibt man am Rand des Wasserreiches. Brücken wurden nicht gebaut, Fähren und reguläre Schiffe dienen meistens dem Personentransport, und die Dörfer und Städte sind in kleiner Anzahl, weit voneinander und klein. Infrastruktur ist kaum zu merken, und obwohl das Donaudelta immer mehr zu einem Urlaubsziel für den Sommer wird, das Gebiet ist ein rauhes und extremes  Land, wo im Sommer hohe Temperaturen und Mückenschwärme das Leben schwer machen, und in den kalten Monaten sind die Bedingungen noch schlimmer – kalter Wind kommt aus der russisch-ukrainischer Steppe, Eis und Schnee belagern die Schiffbaren Kanäle und dass ergibt heute noch ein schweres und  hartes Leben für die wenigen Einwohner.

Trotzdem – eben wegen der wilden und unverfälschten Natur, ist die Donaudelta zusammen mit der Dobrutscha Landschaft ein Reiseziel für jeden abenteuerlichen Motorradfahrer. Auch wenn man für 1 oder 2 Tage aufs Moped verzichten ssmu, um die Schilfwelt der Wasserkanäle zu erleben, sollte keiner diese Ecke Rumäniens umgehen. Auch Venedig wird von Biker besucht, und da kann man auf den Canal Grande auch nicht Moped fahren, richtig?

Das Donaudelta formte sich vor mehr als 10.000 Jahren aus einer Bucht. Zu dieser Zeit lag der Meeresspiegel an dieser Stelle zwischen 50 und 60 Metern unter seiner heutigen Höhe. In dieser Etappe deutete sich die Entstehung eines „Anfangsgürtels“ an, der dem heutigen Letea-Wald, Caraorman-Wald und Crasnicol entspricht und schließlich zur Eindämmung der Bucht führte. Durch weitere Ablagerungen von Milliarden Tonnen von Schwemmstoffen bildete sich das heutige Delta. Die Donau fließt bei mittlerem Hochwasser mit über 6000 Kubikmetern Wasser pro Sekunde bei Ceatalul Chiliei, wo sich der Fluss in zwei Arme teilt, und führt circa 80 Millionen Tonnen Schwemmmaterial pro Jahr mit sich. In Verbindung mit Strömungen und Wellen bildete sich ein Labyrinth aus Kanälen, Seen und Schilf.

Das Klima in der Donaudelta ist hart, extrem und für so manchen schwer auszuhalten. Die bisher extremsten  gemessenen Temperaturextrema lagen bei -23,6 °C am 9. Februar 1929 und +37,5 °C am 20. August 1946. In Tulcea steigt das Thermometer jährlich etwa 100 Tage über +30 °C. In Sulina gibt es im Durchschnitt 80 warme Tage im Jahr. Zwischen Mai und Oktober beträgt der mittlere Wert der Temperatur +19,0 °C und die Sonne scheint circa 300 Stunden im Monat.

Die Bevölkerungdichte  des Donaudeltas ist zweifellos sehr gering – nach Rumänischen sowie auch nach Europäischen Verhältnisse. Durch seine Lage an Fluss und Meer war es seit jeher ein Siedlungs-, Durchzugs- und Zufluchtsort unterschiedlichster Kulturen. Heute prägen neben den Rumänen die Ukrainer (Chacholen) und Lipowaner die ethnische Landschaft im Donaudelta. In den entlegenen Dörfern des Donaudeltas Sfântu Gheorghe, Caraorman, Letea und Chilia Veche leben vorwiegend Ukrainer. Infolge ihrer sprachlichen Assimilation – ukrainische Sprachkenntnisse sind nur noch bei der älteren Bevölkerung vorhanden – identifizieren sich die meisten Chacholen mit den Rumänen. Eine mehrheitlich rumänische Bevölkerung findet sich lediglich in C. A. Rosetti und Sulina. In 1960 erreichte die Bevölkerung im rumänischen Teil des Region ihren bisherigen Höchststand von etwa 21.000 Bewohnern. In den 1990er Jahren emigrierten Teile der Bevölkerung aus der Gegend. In 2002 lebten ungefähr 14.000 Menschen im Donaudelta, meist auf kleineren Inseln aus Fluss- und Meersandbänken, davon 68,5 Prozent in Dörfern und 31,5 Prozent in der Stadt Sulina. Die Bevölkerungsdichte liegt bei etwa 3,5 Einwohner pro Quadratkilometer.

Die wichtigsten Orte im Donaudelta sind Tulcea, Sulina, Murighiol und Sfantu Gheroghe (Sankt  Georg).

Das Tor zum Wasserreich der Donaudelta ist Tulcea, eine lebhafte Hafenstadt und Ausgangspunkt  für die meisten Schiff und Bootsfahrten die dann in das  wilde Donaudelta führen. Tulcea liegt am rechten Donauufer, auf sieben Hügeln, genau an der Stelle, an der die Donau eine scharfe Biegung in Richtung Osten bildet. Die im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründete Stadt ist seit dem Altertum eine bedeutende Hafenstadt. Tulcea bietet heute dem Reisendem gute Hotels an, in allen Preiskathegorien, und im Hafen stehen unzählige Anbieter für Donaudelta fahrten und Ausflüge, auch in einer weiten  Preis und Leistung Auswahlpalette. Langzeitparken für Mopeds  kann man  über die Bootskapitäne im Hafenbereich sichern, meisten gegen kleines Geld.

Sulina ist die einzige Stadt innerhalb des rumänischen Teils des Donaudeltas an der Mündung des Sulinaarms ins Schwarze Meer. Die Stadt ist nicht an das rumänische Straßennetz angeschlossen und daher nur mit dem Schiff erreichbar. Sie war schon zu byzantinischer und später genuesischer und türkischer Zeit ein wichtiger Fluss- und Seehafen, im 19. Jahrhundert sogar Sitz der Europäischen Donaukommission. Durch ihre isolierte Lage und den Bau neuerer und größerer rumänischer Donauhäfen (zum Beispiel in Giurgiu oder Galați) verlor die Stadt aber im 20. Jahrhundert massiv an Bedeutung. So beträgt heute die Arbeitslosenquote ca. 40 %. Der alte Leuchtturm von 1802, einige alte Villen am Kai und der große Friedhof sind Zeugnisse ihrer Vergangenheit. Sulina verfügt über einen viele Kilometer langen Sandstrand am Schwarzen Meer, der Tourismus steckt aber noch in den Anfängen. Die Kilometrierung der Donau wurde „an der Mündung bei Sulina“ begonnen. Mit der Zeit wurden im Donaudelta weitere Gebiete angelandet, so dass die Mündung ins Schwarze Meer heute einige Kilometer weiter, „vor“ dem damals festgelegten Kilometer „0“ liegt. Auch die Höhenangaben entlang der Donau werden bis zum Stromkilometer 1075 auf den Meeresspiegel in Sulina bezogen.

Sfântu Gheorghe ist eine Ortschaft am südlichsten, nach ihr benannten Arm des Donaudeltas direkt am Schwarzen Meer. Sfântu Gheorghe hatte 2002 etwa 1000 Einwohner. Die Bevölkerung lebt vom Fischen und von Touristen, die das Donaudelta erkunden oder zum Angeln kommen. Viele Einwohner bieten Gästezimmer an. Es gibt einen Campingplatz. Es gibt keine asphaltierte Straßen nach Sfântu Gheorghe. Alle Güter und Personen werden per Schiff transportiert und dann meist in Pferdewagen verladen. Die Fähren nach Tulcea fahren mehrmals pro Tag. Es gibt aber eine ungeteerte aber gute Schotterstrasse von Sf. Gheorghe nach Sulina, aber um auf dieser Strasse zu fahren muss man erstens sein Moped oder Auto vom Festland nach Sf Gheorghe transportieren, mit einer örtlichen privaten Pkw- Fähre.

Murighiol  ist eine Gemeinde im Kreis Tulcea in Rumänien. Sie ist eine von zwei Gemeinden am Sfântu-Gheorghe-Arm (dt. St.-Georg-Arm) des Donaudeltas, die andere Gemeinde ist Mahmudia. Die Bevölkerung setzt sich aus Rumänen, Ukrainern, Lipovenern und Türken zusammen. In Murighiol gibt es ein Paar gute Hotels und Gasthäuser, und ein Hafen für kleine Boote und den regulären Linienschiffen die von Tulcea nach Sf Gheorghe fast täglich fahren. Im Hafen gibt es auch gut bewachte Langzeitparkplätze.

Sich ein Donaudeltaurlaub zu gönnen – dass sollte keinem entgehen, wenn seine 2 Räder ihn bis in den Osten Rumänien brachten. Zur Zeit ist eine reiche Palette an Unterkünften vorhanden. Den Touristen stehen Hotels, Pensionen, Urlaub am Fischerhof und Privatunterkünfte in allen Donaudelta-Orten zur Verfügung. Auch für Camping-Touristen ist gesorgt. Sehr beliebt sind bei den Touristen die vielen entweder fixen oder beweglichen schwimmenden Hotels. Ein guter Grund – aber nicht der einzige – ist ein Besuch aus Gatronomischen Gründen. Die Gastronomie im Donaudelta wird  von Fischen bestimmt. Egal ob in den Gaststätten oder im Privatleben des einheimischen Donaudelta-Bewohners, es gibt für jeden Geschmack (ausgenommen Sie essen nicht gerne Fisch) ein besonderes Fischspezialitäten-Menü. Die „Ciorba de peste“ (deftige Fischsuppe) schmeckt nirgends wie hier. Ganz besonders mundet es, wenn die Zubereitung in einem kleinen Kessel auf freiem Feuer (Lagerfeuer) erfolgt. Egal, was Ihnen angeboten wird, ein gefüllter Donauhecht, Karpfen am Spieß, gegrillter Zander oder sogar gekochte Krebse, rumänische Polenta (Maisbrei) und Knoblauchsoße dürfen nicht fehlen! Im Donaudelta sind sogar gefüllte Paprika und Krautrouladen (Krautwickel) mit gehacktem Fischfleisch gefüllt. Als Vorspeise werden Rogen, Fischpaste oder Melanzanisalat angeboten.