Da es um Tipps und Beschreibung aus dem Motorradfahrer Standpunkt geht , is es doch klar dass wir uns hiermit nicht mit dem Schwarzen Meer als Wasserspiegel und Schiffahrt beschäftigen, sondern mit dem Schwarz Meer Strandanteil Rumäniens – und was die rumänische Schwarzmeerküste dem reisenden Biker bietet.

Das Schwarze Meer- und seine Küsten – ist das unbekannteste Meer Europas, denn lange Zeit war es – zumindest für Westeuropäer – quasi unzugänglich. Verborgen blieben die faszinierenden Küsten mit ihren steilen Klippen, sandigen Ufern, gigantischen Vogelvorkommen und Hafenstädten. Und verborgen blieb damit lange auch die Region, in der Geoforscher vermuten, dass hier die biblische Sintflut stattgefunden haben könnte.

Als Schwarzes Meer wird das Nebenmeer des Mittelmeers nördlich des Bosphorus an der Grenze zwischen Europa und Asien genannt. Die Fläche beträgt etwa 460.000 Quadratkilometer, die durchschnittliche Tiefe etwa 100 Meter bei einer Maximaltiefe von 2.244 Metern.

Rumänien hat eine 245 km lange Meeresküste, die sich von der nördlichen Rumänien-Ukraine Grenze bis zu der südlichen Rumänien-Bulgarie Grenze erstreckt. Es handelt um die westliche Grenze des Schwarzen Meeres, und der rumänische Anteil am Schwarzen Meer kann man in 2 Hautpsektionen einteilen.

Vom Norden aus beginnt die rumänische Meeresküste mit dem Donaudelta, das mehr als die hälfte der rumänischen Meeresküste deckt, d.h 163 km ist Deltaküste. Die restlichen 82 km Meeresküste bestehen aus dem Razim-Sinoe Seesystem, und der eigentlichen Strandküste, von Navodari im Norden bis zu Vama Veche im Süden.

Eine fast voll zu Ende gebaute Autobahn (die A 2 – auch Sonnenautobahn genannt) führt von Bukarest nach Constanta, die grösste Hafenstadt Rumäniens. Verkehr in der Badeortzone – es gibt eine Strasse entlang der Meeresküste- ist chaotisch und wild, mann muss richtig aufpassen da sich ja hier alle Autofahrer aus dem Land (und die recht dummen auch noch dazu) auf einmal ein Rennen liefern. Urlaubsrausch und Urlaubseile holen jedes Jahr Opfer auf den Strassen beim Schwarzen Meer.

Nördlich von Constanta liegt der vielleicht teuerste und modernste Badeort Rumäniens – Mamaia. Sein schmaler Strand und seine Hotelreihe – aufgemotzte 1970-1980 Bauten – und die vielen Stripplokale, Nachtclubs und Partyterassen machen Mamaia zur rumänischen Strandparty – Mekka, wo es wild, laut , bunt und nochmal laut und aufgedrängt losgeht. Ein idealer Platz für Junge Leute mit zu viel Taschengeld die auf Party, Lärm und hohe Preise stehen. Hotels gibt es in allen Preiskathegorien, und während dem Hochsommersaison sollte man schon rechtzeitig buchen.

Constanta und Mangalia sind die zwei größten und wichtigsten Städte an der rumänischen Meeresküste. Constanta ist eine wichtige Hafenstadt am Schwarzen Meer, und mit 283.872 Einwohnern war sie 2011 die fünftgrößte Stadt des Landes. Als Baderesort sollte man Constanta nicht in betracht nehmen, es gibt wenige und teilweise von lokalen Urlauber benutzte Strände. Die Stadt bietet aber (eventuell an einem Regentag) einen schön sanierten Fußgängerbereich im Stadtzentrum der sich um den Ovidiu-Platz ausbreitet. Wichtige Sehenswürdigkeiten in dieser Gegend sind: Aquarium und Delphinarium, die Byzantinische Basilika, Carol-I.-Moschee, das Casino direkt am Meeresstrand, Griechische und römische Ruinen (Handelshaus mit römischem Fußbodenmosaik, Basiliken, kaiserliche Nekropolen) und ein Leuchtturm aus dem 13. Jahrhundert.

Mangalia ist ein Kurort und Ziel für Meeresurlauber. Viel kleiner als Constanta, Mangalia ist viel gemühtlicher und mit besseren Hotels und Badestränden versehen. In der Stadt befindet sich die älteste erhalten gebliebene Moschee Rumäniens und ein archäologisches Museum. Im neuerbauten Hotel President kann man im Keller sehenswerte Ausgrabungen der antiken Stadt besichtigen. Von den ungf 40 000 Einwohner die in Mangalia leben, um 10 % sind muslimische Türken und Tataren.

Von Constanta in richtung Süden bis Mangalia beginnt die reihe der rumänischen Badeorte. Agigea, Eforie Nord, Eforie Sud, Costinesti, Olimp, Neptun, Venus sind über die letzten Jahre zu einem einzigem langen Badeort zusammengewachsen, man kann kaum noch feststellen in welchen Badeort man genau steht. Strände und Hotels reihen sich aufeinander, und unzählige Fast Food Läden, Bars und Restaurants erwarten die tausende und tausende von Kunden. Jede Preiskathegorie (und Servicequalität) ist gedeckt, und an vielen Stellen kriegt man für viel Geld relativ schlechtes Essen und Übernachtung. Die Badesaison ist relativ kurz, und dass treibt die Inhaber und Unternehmer in einem Sommerfieber, um so viel und so schnell wie möglich ihr Wintergeld zu verdienen.

Die Hotels und Nächtigungen in dieser Gegend zählen sich mit den hunderten, aber es gibt hauptsächlich 2 Sorten davon. Erstmals sind zu erwähnen die in den komunistischen Zeiten (1970-1980) erbauten Hotels, meistens grosse Häuser, mit vielen Zimmer. Die meisten davon wurden von verschiedenen Unternehmer vom Staat abgekauft, und teilweise modernisiert und saniert, meisten schrill und schräg mit hochmodernen glänzendem schnik schnak aufgemotzt. In zweiter Reihe stehen die neubauten, nach der Wende zu Touristenunterkunft umgebaute private Häuser oder neugebaute Pensionen und Gasthäuser, die etwa kleinere Zimmerzahlen haben, aber vielleicht besser ausgestattet und freundlicher dem Touristen gegenüber auftreten. Parkanlagen und sonstige Infrastruktur (Strassen, Kreuzungen, Gehsteige, etc) haben noch viel aufzuholen, und ein Aufenthalt hier kann ein bisserl betäubend und ermüdend wirken.

In den letzten Jahren schleichen sich an den rumänischen Meeresstrand auch grosse Investoren, die neu bauen oder alte  Anlagen übernehmen, also entstehen auch da grosse Baderesorts, mit privaten Strand und betrieben über geschlossene Touristennetzwerke.

Weiter südlich von Mangalia stehen noch zwei relativ unbekannte Bad – und Urlaubsorte. 2 Mai und Vama Veche sind die letzten Dörfer vor dem Grenzpunkt zu Bulgarien. Hier hat sich ein lockerer und jugendlicher Badetourismus entwickelt, ohne den grossen Hotels und gierigen Unternehmer. In 2 Mai geht es mehr um Familien die bei lokalen Fischer übernachten, und diskrete Strandecken für Nudisten gibt es auch.

Das 5 km weiter südlich von 2 Mai liegende Vama Veche kann viel interessanter für den reisenden Biker sein, hier geht es wild und bunt zu, aber in Rock and Roll Rythmus. Junge (und sehr Junge) Touristen machen hier Strandpartys, schlafen im Zelt und schlürfen tonnenweise Bier bei Rock und Metall Musik. Das Getöse der Party hört niemals auf, aber die Stimmung und das Treiben sind viel lockerer und menschlicher als in den nördlichen und älteren Badeorte. Im „sündigem“ Vama Veche gibt es ein Paar neulich erbaute gute Hotels, also man muss nicht wie ein Hippy auf dem Strand liegen.

Verkehrsverhälnisse im ganzen Badeortbereich kann man kurz und bündig so erklären : gute Strassen aber überfüllt mit PKW, LKWs und alles was noch Räder hat. Als Motorradfahrer – kein grosser Fahrspass, besser man kommt so schnell und gezielt von A nach B und dann sucht man sich einen sicheren Parkplatz und lässt das Moped für die Badezeit schön ruhig stehen. Unfallrisiko ist hoch, viele PKW Fahrer trinken mal gern ein Glas mehr, und auch die Polizei kennt dass und steht mit Radarfallen mehr auf Lauer als sie sollten, manchmal suchen sie sich nur zahlende Kunden, für den Polizeihaushalt oder für die eigene Tasche.

Trotzdem, ein Bad im Schwarzen Meer, eine Bootsfahrt raus ins Blaue und ein Sonnenaufgang am Strand nach einer Beachparty bei Vama Veche sind Sachen, für die sich die Mühe und die Fahrt hin schon lohnen.